Naga Bergdorf

Die Bergstämme der Naga

Über die Geschichte des indischen Staates Nagaland.

Naga Haremshose Muster

Der Begriff Naga umfasst über 30 indigene Volksgruppen, die in den indischen Staaten von Nagaland, Assam, Manipur und Arunachal Pradesh und in den nordwestlichen Gebieten von Myanmar heimisch sind. Dort lebten sie in den Bergen in verschiedenen unabhängigen Gemeinschaften. Die besiedelten Gebiete sind allerdings nicht genau abgegrenzt. Nach der Ankunft der Briten wurde zwischen dem Britisch-Indischen Empire und dem Königreich Burma ein Vertrag über die genaue Abgrenzung der Landesgrenzen geschlossen.

Das Gebiet der Naga lag in Mitten der umstrittenen Gebiete. Die als Kopfjäger bekannten Nagas kämpften um ihr Gebiet, doch die Einnahme der Naga-Gebiete und der kulturelle Einfluss der englischen Kolonialmacht blieb nicht aus. Mit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 gliederte die Regierung die Naga-Gebiete im Nordosten des Landes in den indischen Staat ein, obgleich Widerstände gegen die indische Armee herrschten, da diverse Unabhängigkeitskämpfer der Naga einen unabhängigen Staat forderten. So wurde die Bevölkerung der Naga durch die indische Regierung 60 Jahre lang regelrecht von der Außenwelt abgeschottet. In dieser Zeit herrschten weitere Konflikte zwischen verschiedenen Völkergrupppen der anliegenden Gebiete vor, da die Grenzen von Nagaland nicht genau definiert waren. Die Nagas versuchen bis heute vor allem die Volksgruppe der Kukis gewaltsam aus ihrem Gebiet zu verdrängen. So erlebten die Naga eine einzigartige Entwicklung, die vor allem durch den Einfluss christlicher Missionare und kriegerischen Konflikten geprägt waren, auf der Suche nach neuen Wegen für die Zukunft.

Die Traditionen der Völker spielen weiterhin eine große Rolle. Dazu gehört auch das Weben, das ein zentrale Rolle im Leben der Nagas einnimmt. Jeder Volksstamm hat eigene Farben und Muster für das Weben von Schals, Tüchern und Taschen, aber auch für Bambus- und Holzarbeiten, die an die folgenden Generationen weitergegeben werden. In vielen Völkern spiegelt das Design eines Schals den Status seines Trägers wieder. Die Frauen weben in mehreren Tagen drei verschiedene Teile eines Tuchs und nähen oder sticken diese Teile anschließend zusammen. Diese Schals werden in den Haremshosen von bonzaai eingenäht und machen somit jede Hose zu einem Unikat. So weit wie diese Völker von unserer Heimat entfernt sind, so weit entfernt scheinen auch ihre kulturellen Rituale. Doch eins steht fest, wir freuen uns diese Völker näher kennenzulernen.